ein Projekt der
Stadt Bielefeld

2. Phase im Projekt altstadt.raum gestartet:

Kernteam empfiehlt Maßnahmen-Priorisierung für die schrittweise Umsetzung

Der Prozess zur Umgestaltung der Altstadt tritt in eine neue Phase ein. Am 4. Juni nahm das 50-köpfige Kernteam für das Projekt altstadt.raum seine Arbeit wieder auf. In der nicht-öffentlichen Sitzung in der Ravensberger Spinnerei wurde jetzt die Priorisierung der Maßnahmen des Altstadt-Gewinnerkonzeptes diskutiert. Eine Priorisierung ist erforderlich, da die zur Verfügung stehenden Mittel nur eine schrittweise Umsetzung der Projekte zulassen. Die bewährte intensive Begleitung und Beteiligung aller relevanten Akteure im Altstadt-Kontext wird fortgesetzt.

Abgrenzung der Maßnahmenpakete mit Empfehlung zur Priorisierung

Die Gewinner des Ideenwettbewerbs Runge IVP/Scape, Düsseldorf, präsentierten Vorschläge für Maßnahmenpakete zur Umsetzung des Siegerkonzeptes. „Wir haben die Zusagen für Fördermittel in Höhe von knapp vier Millionen Euro erhalten und freuen uns, jetzt gemeinsam im Kernteam die zahlreichen Vorschläge auf den Weg für die Umsetzung zu bringen“, so Martin Adamski, Dezernent für Umwelt, Mobilität, Klimaschutz und Gesundheit. In den Maßnahmensteckbriefen der Planungsbüros wurden – abgestimmt mit der Verwaltung – 26 Bereiche der Altstadt näher untersucht, nach Relevanz für die Zielerfüllung bewertet sowie erste Kostenschätzungen erstellt.

Auf dieser Basis wurde folgende Priorisierung für die Umsetzung der Einzel-Projekte vereinbart, die jetzt den politischen Gremien zur Entscheidung vorgelegt werden (BV Mitte 13.6. und SteA 18.6.):

Die Prioritäten-Liste des Kernteams:

19 + 1 Projekte und 6 Aufwertungsmaßnahmen
Das Büro Runge IVP hat ein schlüssiges Verkehrskonzept entwickelt, das als Voraussetzung und Grundlage für eine Umgestaltung des öffentlichen Raumes dienen soll. „Das Ziel des Verkehrskonzepts ist es, den Durchgangsverkehr zu minimieren und den Kfz-Verkehr im Wesentlichen auf Anwohner, Lieferanten und die Kunden zu beschränken beispielsweise auf die vorhandenen Parkhäuser zu lenken“, erklärt Projektleiter Dominik Brand aus dem Amt für Verkehr.

„Die generelle Festsetzung von Tempo 20 für das Altstadt-Hufeisen soll besonders für den Fußverkehr mehr Sicherheit schaffen.“ Olaf Lewald, Amtsleiter im Amt für Verkehr, ergänzt: „Selbstverständlich bleibt die Innenstadt für alle Verkehrsteilnehmenden erreichbar.“ Zwei Hauptrouten ermöglichen eine gute Durchfahrbarkeit für den Radverkehr. Durch Umgestaltungen im öffentlichen Raum werden Parkflächen am Straßenrand in Bereiche für Anlieferung, Handwerkerparken, Sondernutzungen vor Ärzten sowie für Behindertenparkplätze gewandelt.

Das Büro Scape Landschaftsarchitekten hat Ideen für die Neugestaltung des öffentlichen Raums erarbeitet, die unter anderem mehr Grün, Kühlung, Sitzbereiche und eine höhere Aufenthaltsqualität schaffen. „Neben viel Grün geht es auch um mehr „Blau“ – den Einsatz von Wasser zur Kühlung im öffentlichen Raum, aber auch das Sammeln von Oberflächenwasser, das zum Beispiel in unterirdischen sogenannten Rigolen für Trockenzeiten gespeichert wird“, so Martin Adamski.

„Das konstruktive Miteinander im Kernteam haben wir auch bei unserem 5. Treffen genutzt, um die Prioritätenliste ausführlich zu diskutieren, wir konnten so ein starkes erstes Maßnahmenpaket als Vorschlag für die Politik schnüren“, so Dr. Bernd-Christian Balz, Pro Bielefeld. Bezirksbürgermeister Frederik Suchla ergänzt: „Ich freue mich über die konkreten Ideen, mit denen wir die Bielefelder Altstadt als unser aller Wohnzimmer aufwerten. Ich bin überzeugt, dass unsere Anwohnerinnen und Anwohner ebenso wie die Kundschaft von Handel und Gastronomie uns das danken werden.“

Vorgeschlagen werden insgesamt 19 + 1 Projekte (= Projekt 0) sowie sechs Aufwertungsmaßnahmen. Das sogenannte „Projekt 0“ steht für die zukünftige Verkehrslenkung im Quartier. Es ist die Grundlage und Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung aller weiteren Maßnahmen und steht deshalb an erster Stelle der Prioritätenliste des Kernteams.
Die Steckbriefe der Projekte und Aufwertungsmaßnahmen beinhalten eine Aufschlüsselung nach Einzelmodulen, die geschätzten Kosten sowie den Beitrag zu den in der Arbeitsgruppe Kernteam beschlossenen Zielen für den altstadt.raum.

Bundesförderung eingeworben
Für das Projekt altstadt.raum konnte die Stadtverwaltung im Rahmen des Bundesprogramms „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ Fördermittel einwerben. Insgesamt stehen dem Projekt knapp 3,9 Millionen Euro zur Verfügung. Die Stadt Bielefeld steuert Eigenmittel in Höhe von 585.000 Euro bei. Das Programm sieht eine Umsetzung bis Ende 2027 vor.

Eine erste Kostenschätzung für das Gesamtprojekt anhand der Maßnahmensteckbriefe identifiziert einen Finanzbedarf in Höhe von etwa 25 Millionen Euro. „Das macht deutlich, dass die Priorisierung der ein-zelnen Maßnahmen gefolgt von einer schrittweisen Umsetzung der Projekte erforderlich ist. Die Aufenthaltsqualität im altstadt.raum soll aufgewertet werden, auch in Hinblick auf das Klima und die Mobilitätswende“, so Martin Adamski.

Zum weiteren Zeitplan: Nach der politischen Beschlussfassung zur Priorisierung der Projekte wird die Ausführungsplanung ausgeschrieben. Außerdem müssen die einzelnen Projekte mit dem Fördergeldgeber noch fein abgestimmt werden, um die Planungen zu konkretisieren. Die Umsetzung der ersten Maßnahmen muss gemäß den Förderrichtlinien bis Ende 2027 angeschlossen sein.

Zum Hintergrund
Das Ziel des Projekts altstadt.raum ist es, die Bielefelder Altstadt attraktiver für alle Bürgerinnen und Bürger sowie klimaresilient zu gestalten. Handel, Gastronomie und Dienstleistungen sollen gestärkt, die Aufenthaltsqualität und Sicherheit gesteigert werden.

Im Kernteam sind die wichtigsten Akteure aller Interessensgruppen in der Altstadt versammelt. Vertreten sind die politischen Parteien, Bezirksbürgermeisterinnen und Bezirksbürgermeister, die Verwaltung, die Kaufmannschaft Altstadt, die Dehoga, der Handelsverband und die IHK sowie die Verkehrsinstitutionen, Haus und Grund und Mieterbund, die Ärzteschaft, die Kirchen, die Schulen/Universitäten/Wissenschaft sowie verschiedene Beiräte (für Behindertenfragen, Klimabeirat, Seniorenrat und Integrationsbeirat) und Bielefeld Marketing.

Als Sieger des Planungswettbewerbs wurde im September 2023 das Konzept von Scape und Runge IVP, Düsseldorf gekürt. Im Dezember 2023 bestätigte der Rat der Stadt die Büros als Sieger des Ideenwettbewerbs. Ziel des Siegerentwurfes ist eine gut für alle Verkehrsteilnehmenden erreichbare und gleichzeitig attraktive, klimaresiliente Altstadt.

Die Verwaltung hat eine Priorisierung als Grundlage für die Arbeit im Kernteam erarbeitet. Nachfolgende Kriterien wurden zugrunde gelegt:

  • Schaffung attraktiver Aufenthaltsräume
  • Klimaschutz und Klimafolgenanpassung
  • Stärkung Handel, Gastronomie, Dienstleistung
  • Gute Erreichbarkeit mit dem Pkw
  • Gute Anbindung des Radverkehrs
  • Verbesserte Verbindungen für Fußgänger
  • Verbesserung der Sicherheit
  • Verbesserung der Lebensqualität

Zusätzlich sollten die Projekte örtlich und themenspezifisch zusammenhängen, die Veränderungen sollen sichtbar und in dem kurzen Förderzeitraum umsetzbar sein. Projekte, die aufgrund ihrer Komplexität mehr Abstimmungsbedarf haben, sind in dem Vorschlag weiter nach unten gerutscht.

Kommentare

  1. jürgen prahl sagt:

    die grünen verschlafen den stimmungswechsel und ziehen ihr autofeindliches ding durch… das ergebnis wird sein, das zahlungskräftige kunden in andere städte ausweichen und auch die aldstadt ein paradies für sishabars wird.
    ich selbst steuere zum beispiel hannover nicht mehr an und werde nach dieser maßnahme auch bielefeld meiden.
    betonköpfe wie im bielefelder rathaus werden durch das deutsche system der unkündbarkeit auch nach der nächsten wahl ihr unwesen treiben und diese ehemals schöne stadt des miteinanders zugrunderichten.
    immer mit dem schönen zitat von honnecker: vorwärts immer, rückwärts nimmer, ins verderben der kaufmannschaft von bielefeld.

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