Im Rahmen eines altstadt.raum Kernteamtreffens am 21.4. wurden Empfehlungen zur Ausgestaltung des Platzes erarbeitet. Diese müssen nun abschließend durch die BV Mitte entschieden werden.

Im Kernteamtreffen am 21. April 2026 erarbeiteten die etwa 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer Empfehlungen für die Ausgestaltung des Platzes, die abschließend durch die BV Mitte beraten werden. Es wurden Farben und Verlegemuster für das Pflaster, Baumarten und Beete, Möblierungen wie Bänke etc. diskutiert.
Ein neuer Platz für die Altstadt – klimafreundlich, lebendig und ein Ort der Begegnung
Die Altstadt bekommt einen Platz, der Geschichte bewahrt und gleichzeitig Antworten auf die Herausforderungen der Zukunft gibt. Bei der Umgestaltung wird bewusst an das gewachsene Stadtbild angeknüpft: Das neue Pflaster greift die Gestaltung der Altstadt auf und sorgt mit einem einheitlichen Randbereich für ein harmonisches Gesamtbild.
In der Mitte des Platzes entsteht ein modernes Klimapflaster, das sich optisch an die Umgebung anpasst und funktional neue Wege geht. Es kann Regenwasser aufnehmen, speichern und bei Bedarf wieder abgeben. So entsteht an heißen Tagen ein angenehmer Verdunstungseffekt, der den Platz spürbar kühlt. Die helle Oberfläche reflektiert zudem einen Teil der Sonnenstrahlen – der Platz heizt sich weniger auf und bleibt angenehmer für alle, die ihn nutzen.
Auch der angrenzende Schulhof wird neugestaltet und erhält das typische Altstadtpflaster. Ein anderes Verlegemuster und größere Steine sorgen für eine klare, aber zurückhaltende Abgrenzung zum Platz.
Ein besonderes Highlight ist ein geplantes Wasserspiel in der Platzmitte. Es bringt Bewegung, Frische und Atmosphäre auf den Platz. Je nach Tageszeit und Anlass kann es beleuchtet werden, unterschiedliche Farben erzeugen und gezielt gesteuert oder auch komplett ausgeschaltet werden. Das Wasserspiel soll den Platz beleben und ihn für alle Generationen erlebbar machen. Für dieses Element gibt es derzeit jedoch keine Fördermittel. Die Umsetzung steht daher unter Finanzierungsvorbehalt – Unterstützerinnen und Unterstützer, die dieses besondere Element möglich machen möchten, sind ausdrücklich willkommen.
Für mehr Grün sorgen neue Bäume, die bewusst robust und klimaresistent ausgewählt wurden. Sie sind pflegeleicht, tragen keine Früchte und werden durch eine Unterpflanzung ergänzt – so entsteht ein grüner Stadtplatz, der zum Verweilen einlädt. Hochbeete bringen zusätzliches Grün und übernehmen gleichzeitig eine wichtige Schutzfunktion.
Ein besonderer Ort der Begegnung entsteht mit einer runden Baumbank, die auf Anregung der Arbeitsgemeinschaft „Queere Geschichte“ in die Planung aufgenommen wurde. Sie wird in ein Hochbeet integriert und erhöht die Aufenthaltsqualität. Weitere Bänke sind so angeordnet, dass sie zum Verweilen einladen und gleichzeitig ausreichend Abstand zum Schulhof wahren. Ihre Form soll sich an dem aktuell in der Altstadt eingesetzten Design der Bänke orientieren.
„So entsteht ein Platz, der Tradition sichtbar macht, auf den Klimawandel reagiert und Raum für Begegnung schafft – ein neuer Lieblingsort in der Altstadt“ betont Verkehrsdezernent Martin Adamski.
Abgerundet wird das neue Platzkonzept durch eine moderne Toilettenanlage mit Pissoir und räumlich getrennter Unisex-Toilette. Das markante BIELogo verbindet dabei Gestaltung und Funktion auf zeitgemäße Weise. Diese Anlage ist kein Bestandteil des Förderprojektes. In den Planungen zum Platzumbau werden die notwendigen Versorgungsleitungen für einen nachträglichen Aufbau berücksichtigt.
Zum Hintergrund:
Die Stadtwerke Bielefeld haben im Januar 2026 mit umfangreichen Leitungsarbeiten am Klosterplatz begonnen. Diese Arbeiten sind die Voraussetzung für die anschließende Neugestaltung des Platzes und stellen sicher, dass in den kommenden Jahrzehnten keine weiteren planmäßigen Eingriffe in die Infrastruktur erforderlich werden. Geplant sind die Erneuerung und Verlegung von Gas-, Wasser- und Stromleitungen.
Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich etwa zehn Monate – bis Oktober 2026. Im Anschluss an die Maßnahmen der Stadtwerke werden die Arbeiten zum Umbau beginnen. Die Zeit drängt, da die beantragten Fördermittel vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen fristgerecht bis Ende 2027 verbaut werden müssen. Im Sommer/Herbst 2025 fanden etliche Beteiligungsveranstaltungen mit Eigentümer*innen sowie Anwohner*innen, der Klosterschule, der Kirchengemeinde St. Jodokus und den Gewerbetreibenden statt, um die Anforderungen der verschiedenen Nutzergruppen genauestens zu definieren und daraus die Grundlagen für die Planung abzuleiten.

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